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Berliner Zeitung | 17.09.2010


17.09.2010

POOL UND FITNESSTUDIO FÜR DIE HAUSGEMEINSCHAFT

Am Berliner Ensemble entstehen Luxus-Wohnungen

So richtig kann es der Architekt Eike Becker nicht verstehen, warum das Grundstück Am Zirkus trotz der prominenten Lage neben dem Berliner Ensemble ein Vierteljahrhundert unbebaut blieb. Über mehrere Jahre konnte er täglich die Brachfläche sehen, sein Büro befand sich Mitte der 90er-Jahre an der Ecke zur Reinhardtstraße. Seit vier Jahren arbeitet Becker nun selbst an dem Projekt, neun Entwürfe musste er anfertigen, bis das Konzept passte. Gestern feierte Becker mit den Investoren der Peach Property Group AG aus Zürich und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher den Baustart.

Bis zum Herbst 2012 wird ein 30 Meter hoher Neubau errichtet. 87 Luxuswohnungen, ein Vier-Sterne- Hotel der israelischen Fattal-Gruppe (Leonardo-Hotels) mit 311 Zimmern sowie Büros sollen entstehen. Wie Thomas Wolfensberger, Geschäftsführer von Peach Property, sagt, werde man etwa 140 Millionen Euro investieren. Das Unternehmen aus der Schweiz bezeichnet sich selbst als Spezialist für hochwertigen Wohnungsbau. Und man sei stolz darauf, dass man für die Gestaltung den Star- Designer Philippe Starck gewinnen konnte.

Starck hat unter dem Markennamen „Yoo“ große helle Räume entworfen, die die Käufer individuell unterteilen können. Wie Becker findet, „bedeutet hochwertiges Wohnen nicht Luxus oder Protzen, sondern eine kultivierte Umgebung anzubieten, die durch Qualität überzeugt“. 60 bis 310 Quadratmeter sind die Wohnungen groß, sie kosten zwischen 4 500 und 10 000 Euro pro Quadratmeter. Ganz ohne Extras geht es aber doch nicht: Zum Luxus gehört eine Café-Lounge sowie ein Wellness- und Fitnessbereich samt zwölf Meter langem Pool. Laut Wolfensberger sind ein Viertel der Wohnungen verkauft.

Wenn der Neubau steht, richtet Peach Property auch den Bertolt- Brecht-Platz her. Die Bäume bleiben stehen, Restaurants und Cafés sollen künftig auf dem Platz Tische und Stühle aufstellen können.Tradition und Moderne.

Tradition und Moderne will Architekt Eike Becker verbinden; die Fassade besteht aus Glas und Metallrahmen. Der Ort ist geschichtsträchtig: 1867 entstand dort die erste Markthalle. 1873 zum Zirkus umgebaut, wurde das Haus 1919 unter Regisseur Max Reinhardt Theater. In der DDR hieß es Friedrichstadtpalast – 1988 wurde er abgerissen.

Uwe Aulich

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